Alle Jahre wieder… ist Muttertag… Reflexionen über Erwartungen, Wertschätzung und andere Katastrophen

Alle Jahre wieder… ist Muttertag…  Reflexionen über Erwartungen, Wertschätzung und andere Katastrophen

Und seit heute regnet es nicht nur draussen, was in meiner Wahlheimat Mallorca ja nicht so oft vorkommt, sondern auch in mir. Es fällt mir sehr schwer, und ich muss  zugeben, ja, ich habe meine MĂĽhe damit, dass morgen Muttertag ist. Nein das stimmt nicht, ich habe MĂĽhe damit, dass weder meine Stiefkinder noch mein Partner mir je etwas zum Muttertag geschenkt haben, und ich davon ausgehe, dass das auch morgen wieder so sein wird.

Sie sollten nicht streiten. Ist das wahr?

Sie sollten nicht streiten. Ist das wahr?

Warum stressen mich die Streits so?
Neulich, nach so einem Streit, war ich allein zu Hause und ĂĽberlegte, warum mich diese Streits eigentlich so stressen. Zumal sie ja nicht einmal etwas mit mir zu tun haben, meine drei Familienmitglieder streiten sich ja nicht mir mir, sondern untereinander.

Auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen...

Ich vermisse meine Freunde. Ist das wahr? Wen ich wirklich vermisste und andere Irrtümer…

Ich vermisse meine Freunde. Ist das wahr?  Wen ich wirklich vermisste und andere Irrtümer…

Nach der Trennung von meinem ersten Ehemann, der an meiner Seite war seit ich ein Teenager war, zog ich von Berlin nach Mallorca. Als ich mit 33 Jahren zum ersten Mal allein lebte, wusste ich nichts mit mir anzufangen. Ich konnte keine Stille ertragen und hatte groĂźe MĂĽhe mit der Umstellung von einem Leben mitten in Berlin auf ein kleines Dorf auf Mallorca und vor allem fiel es mir unendlich schwer,

Manchmal kommt es anders und meistens als man denkt… Über Denkfallen in Patchworkfamilien und andere Irrtümer

Manchmal kommt es anders und meistens als man denkt…  Über Denkfallen in Patchworkfamilien und andere Irrtümer

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich damals mit Schrecken dachte, um Gottes Willen, 7 Jahre… das geht sicher schneller, wenn man nicht glaubt, dass es 7 Jahre dauern wird… Nun ist die Hälfte der prognostizierten Zeit herum

Wie ist das, was gerade passiert, das Beste, was mir passieren kann?

Wie ist das, was gerade passiert, das Beste, was mir passieren kann?

Oder wie das freundliche Unviersum mir geholfen hat, mein “Ja” zu mir selbst zu finden…
Diejenigen von euch, die The Work of Byron Katie kennen, haben diese Frage vielleicht schon des öfteren in Seminaren, Coachings oder einfach in einer Work mit jemand anderem gehört: Wie ist das, was gerade passiert, das Beste, was mir gerade passieren kann? Diese Frage ist je nach Situation und Flexibilität des Geistes unter Umständen eine Herausforderung, für manche vielleicht sogar eine Provokation und für manche eine Trainingseinheit sein, die bereit sind, täglich zu machen.

Ich möchte das einem konkreten Beispiel deutlich machen, wie ich finden konnte, dass das, was gerade passiert, das Beste ist, das mir passieren kann. 

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär… dann wär mein Vater Millionär…

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär… dann wär mein Vater Millionär…

Das ist ja erst einmal eine gute Nachricht, denn es gab Zeiten, da konnte ich mich vor lauter stressvollen Gedanken gar nicht retten und hatte wohl eher Schwierigkeiten etwas zu finden in meinem Leben, wovon ich hätte sagen können, dass es gut lief…

Stress im Phantasialand und wofür Bänke so alles gut sein können

Stress im Phantasialand und wofür Bänke so alles gut sein können

Also fasste ich mir ein Herz, ging etwas schneller und kam neben Toni j. an. Ich hatte Angst, dass er mich abweisen oder ignorieren könnte, wenn ich ihn ansprechen würde. Ich nahm die Befürchtung wahr und gab mir einen Schubs und sagte: “Toni, es tut mir sehr leid...

Die Kinder sollten mehr mit mir sprechen… über Schweigen, die Suche nach LBA und unerfüllte Erwartungen

In Spanien haben die Kinder 3 Monate Sommerferien. Das ist eine lange Zeit für beruftstätige Eltern, die ihre Kinder, nicht unbeaufsichtigt zu Hause lassen wollen. Bereits im letzten Jahr haben die Kinder meines Partners uns informiert, dass sie in den kommenden Sommerferien nicht mehr in dieSommerschule gehen wollen, wo sie die letzten Jahre untergebracht waren. Nun gut, was dann?

Nun hat es sich ergeben, dass die Kinder bei einer Reiterwoche mitmachen können. Ich habe früher geritten und wunderbare Erinnerungen an die Jahre mit den Pferden, in der Natur, mit Freunden… und so habe ich mich dafür stark gemacht, einen Hof gefunden mit einer holistischen Ausrichtung, wo die Pferde artgerecht gehalten werden und ich die Philosphie dort sehr ansprechend fand.

So weit so gut…
Diejenigen von euch, die meinen Blog mitverfolgen, wissen evt. von mir, dass ich manchmal auf der Suche nach der LBA der Kinder meines Partners bin.
Was ist LBA? Das ist Liebe, Bestätigung und Anerkennung.
Ich zitiere Byron Katie: “Wenn ich ein Gebet hätte, wäre es dieses: Gott beschütze mich vor der Suche nach Liebe, Bestätigung und Anerkennung.”

Ich ĂĽbe noch ;-)

Und diese Woche hatte ich jeden Morgen die Gelegenheit zum Ăśben.

Da beide Eltern der Kinder berufstätig sind und ich meine freiberufliche Zeit oft gut einteilen kann, habe ich angeboten, die Kinder in der Mama-Woche jeden Morgen zum Reiten zu fahren. In unserer Patchworkgeschichte sind wir diese Woche neue Schritte gegangen, was heisst, dass ich jeden Tag die Kinder in der Wohnung der Mama abholte, und die Kinder mich jeden Tag mit ihrer Mutter erlebten, und ich die Kinder mit ihrer Mutter. Das sah jeden Morgen so aus, dass Mutter und ich uns nett begrĂĽĂźten mit KĂĽsschen und etwas Smalltalk und die Kinder an ihrer Mutter klebten und mir kaum “Guten Morgen” sagten. Weiter ging es dann im Auto, in dem spätestens dann geschwiegen wurde, wenn ein drittes Kind, das wir mitnahmen, hinzustieg.

Heute war mein letzter Tag als Kindertaxifahrerin und heute morgen habe ich während des morgendlichen Schweigen im Auto den Gedanken überprüft: “Die Kinder sollten mehr mit mir sprechen während der Fahrt.”

Wir fahren also schweigend im Auto. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Kinder während der Fahrt mehr mit mir sprechen sollten. Nun beginnt The Work of Byron Katie:

Die Kinder sollten mehr mit mir sprechen während der Fahrt.

1.     Ist das wahr?
Nein.

2.     Die zweite Frage lautet: Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Und diese Frage fällt weg, wenn bei der ersten Frage, die Antwort “Nein” lautet.

3.     Wie reagiere ich und was passiert, wenn ich glaube, die Kinder sollten mehr mit mir sprechen auf der Fahrt?
Ich bin nervös, angespannt, in meinem Magen zieht es, ich bin nicht bei mir, unentspannt, ich bin in den Angelegenheiten der Kinder und der Eltern, ich vergleiche mich mit ihrer Mutter und ihrem Vater, ich lehne das Schweigen und die schweigenden Kinder ab, ich streite mit der Realität, ich hadere damit, dass ich jeden Morgen eine Stunde meiner Arbeits- oder Freizeit für diese Aktion zur Verfügung gestellt habe, ich glaube, die Kinder sollten sehen, was ich für sie tue und dankbarer sein, ich werde zum Opfer der schweigenden Kinder, bin wütend und enttäuscht.

4.     Wer wäre ich in der gleichen Situation ohne den Gedanken, die Kinder sollten mehr mit mir sprechen während der Fahrt?

Entspannt, ich würde innerlich meinen Tag strukturieren, über ein neues Projekt nachdenken, die wunderbare Landschaft wahrnehmen, mich freuen, dass ich Extrazeit mit den Kindern habe, da ich sie sonst in der Mama-Woche oft gar nicht sehe, ich wäre mir dankbar, dass ich meinen Teil zu ihrem Leben beitrage, ich wäre mir dankbar, dass ich sie unterstütze, ich würde Marina im Rückspiegel sehen und mich freuen über dieses wunderschöne, smarte und authentische Mädchen, ich würde all die Situationen wahrnehmen, in denen meine Oma, die eigentlich meine Stiefoma war oder meine Eltern viele Dinge für mich getan haben und ich damals gar kein Bewusstsein dafür hatte, dass das etwas Besonderes ist, ich würde die Zeit geniessen, in der es keinen Streit gibt und wir von dem Auto von A nach B getragen werden.

Wie kann man das ganze nun anders sehen?
Drehen wir es mal um:

Aus “Die Kinder sollten mehr mit mir sprechen.” wird das Gegenteil:
Erste Umkehrung – erster Perspektivwechsel:
Die Kinder sollten nicht mehr mit mir sprechen während der Fahrt:

1.     Beispiel: Sie tuen es nicht. Daher ist es wahrer. Auch wenn mein Verstand es gern anders hätte. Die Realität ist, sie sprechen nicht mehr mit mir, daher sollten sie es auch nicht tun.

2.     Beispiel: Sie sind sehr mĂĽde von der Woche. Die Mutter sagte mir, dass sie sie noch nie so k.o. gesehen hat und sie nicht viel reden, auch nicht, wenn sie die Kinder abgeholt hat.

3.     Beispiel: Es ist ein drittes Kind im Auto und beide Kinder sind schon in der Phase, in der alles irgendwie peinlich ist und da gehört die Freundin von Papa evt. auch dazu. Ist möglich.

Zweite Umkehrung – zweiter Perspektivwechsel:
Ich sollte mehr mit den Kindern sprechen während der Fahrt:

1.     Beispiel: Indem ich weitere Fragen stelle, die mich interessieren. Vielleicht wĂĽrden sie mehr erzählen, wenn ich weiterfragen wĂĽrde. Da ich meistens nach 4-5 Fragen aufgebe, sollten sie nicht mehr mit mir sprechen, da ich auch nichts mehr frage.

2.     Beispiel: Ich hätte sie an Tag zwei oder drei fragen können, ob alles in Ordnung ist, da ich mich wundere, dass sie so still sind.

3.     Beispiel: Ich sollte innerlich mehr mit ihnen sprechen und ihnen sagen, dass es ok ist zu schweigen, dass es nicht ihr Job ist, mich zu unterhalten, also ihnen in Stille diese Botschaften senden.

Dritte Umkehrung – dritter Perspektivwechsel:
Ich sollte mehr mit mir sprechen während der Fahrt.

1.     Beispiel: An diesem Punkt machte sich ein wohliges GefĂĽhl in mir breit, denn durch das Worken, also das ĂśberprĂĽfen der Gedanken, sprach ich ja mit mir und es ging mir gut. Also ja, ich bin wohl diejenige, die am besten mit sich selbst sprechen sollte.

2.     Beispiel: Der Sohn hatte heute zu mir gesagt, dass er es eine Dummheit von mir findet, dass ich zum Detoxen einen Zusatz ins Wasser mache. Da dachte ich, dass es auch ganz schön ist, wenn er nicht mehr mit mir spricht, denn in den letzten Tagen kam von ihm viel Kritik an mir, und da ich mittlerweile einen ziemlich liebevollen Umgang mit mir pflege, bin ich vielleicht besser dran, wenn ich mehr mit mir spreche als er mit mir. Ich sage es mal mit Katies Worten: “Ich bin verschont geblieben.”

3.     Beispiel: Wenn ich zu 100 % bei mir bin, dann können die Kinder sprechen oder nicht sprechen UND ich bin im Frieden. Es ist absurd, meinen Zustand von den Launen der Kinder abhängig zu machen.

Was mir durch diese Work klar wurde, ist, dass ich das alles nur fĂĽr mich mache.
Es ist schlichtweg eine Lüge, zu glauben, dass ich diese Taxifahrten für die Kinder mache. Diese Woche hat mir gezeigt, dass ich mich angeboten habe, um etwas zurückzubekommen, ich war auf der Suche der Liebe, Bestätigung und Anerkennung der Kinder. Und wenn LBA ausblieb, wurde mein Ego sauer. Es tauchten Gedanken auf wie “Nächstes Jahr biete ich mich nicht an und setze mich nicht fürs Reiten ein etc.. Das habt ihr dann davon, mich so lieblos zu behandeln. Etc….” Wenn ich die Taxifahrten für die Kinder gemacht hätte, aus bedingungsloser Liebe, ohne Erwartungen… dann könnten sie so lange schweigen wie sie wollten, mir Küsschen geben oder auch nicht… ich wäre in Ordnung… unbewegt, im Frieden, dankbar…

Der Vogel singt und fragt nicht, wer ihm lauscht;
Die Quelle rinnt und fragt nicht, wem sie rauscht;
die Blume blĂĽht und fragt nicht, wer sie pflĂĽckt;
O sorge, Herz, dass gleiches Tun dir glückt.“
Julius Sturm

Da kam mir eine Übung von Katie in den Sinn, die genau darauf abzielt in meinem Verständnis, nämlich zu lernen, dass die Freude im Geben liegt, wenn ich ohne Erwartungen bin. Diese Übung macht viel Spass, daher möchte ich sie mit dir teilen:

Ich übersetze: “Tue drei nette Dinge ohne dabei erwischt zu werden. Wenn dich jemand entdeckt, beginne von vorne. Tue das jeden Tag und beobachte wie das Ego schreit “Ich habe es getan.”

Vielleicht hast Du Lust, es auszuprobieren, und etwas Nettes oder Freundliches fĂĽr eine andere Person zu tun, ohne dabei entdeckt zu werden. Und falls du mitmachst, vielleicht hast du Lust, deine Erfahrung mit mir zu teilen, wie es fĂĽr dich war, zu handeln ohne eine Gegenleistung dafĂĽr zu erwarten. Viel Freude mit dir ganz allein :-))

Sie sollte nicht so zickig sein! Mit The Work of Byron Katie Geschenke auspacken

Sie sollte nicht so zickig sein! Mit The Work of Byron Katie Geschenke auspacken

Sie sollte nicht so zickig sein – Was für ein Geschenk!

Mein Freund und Mentor Ralf Giesen hat vor einigen Jahren gesagt: “Jeder stressvolle Gedanke ist wie ein Geschenk, das du noch nicht ausgepackt hast.”

Heute kann ich sagen, dass das in meiner Erfahrung stimmt. Gestern durfte ich wieder so ein Geschenk auspacken.

Über Rennradfahrer, Müllsäcke und andere Verfehlungen

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Wie Ă„rger ein Wecker zum Aufwachen sein kann
Auf einmal wurde mit klar, was es bedeuten würde, wenn jeder von uns, genau in dem Moment, wo er anfängt sich über eine andere Person aufzuregen, so etwas wie einen Stoppknopf hätte ...

Ăśber Opfer, die mit dem Kopf durch die Wand wollen und andere Pannen

Ăśber Opfer, die mit dem Kopf durch die Wand wollen und andere Pannen

Wie kommt es, dass aus einem Opfer ein mitfühlender, verständnisvollerer Mensch wird?

Wenn ich das Ganze in der RĂĽckschau betrachte, sehe ich einen wesentlichen Punkt, der vielleicht alles verändert hat. Durch die heftige ZurĂĽckweisung der Kinder, die ich manchmal erlebt habe und die Verlustängste, dass die Partnerschaft das vielleicht nicht aushält, blieb mir nur ein Weg: Der zu mir selbst. 

Über Gurus, Selbstliebe und wer noch so meine Knöpfe drückt...

Vor drei Wochen war ich im Kosmetiksalon der Mutter der Kinder meines Partners zur ManikĂĽre. Als ich bezahlte, kam ihre Tochter herein und begrĂĽĂźte mich recht kĂĽhl mit “hallo” – kein KĂĽsschen, nichts weiter. Wir leben auf Mallorca, hier ist es in der Regel ĂĽblich, sich mit zwei KĂĽssen auf die Wange zu begrĂĽĂźen oder zu verabschieden. Ich behielt nach AuĂźen die Fassung und ging zu meinem Auto. Ich wusste, dass ich die Kinder aufgrund einer Reise nun drei Wochen nicht sehen wĂĽrde. Seit dieser Begebenheit beschäftigt mich der Gedanke: “Die Tochter meines Partners ist in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu mir.” Beweise, dass ich damit Recht habe, fallen mir gerade viele ein. Ich könnte euch von vielen Situationen erzählen, in denen ich die Tochter oder auch beide Kinder so erlebt habe. Das wäre wohl der traditionelle Weg. Ich erzähle meine Geschichte und im besten Fall findet sich jemand, der mich versteht, mich in meiner Meinung bestärkt oder mich vielleicht sogar etwas bemitleidet.

Verlassen wir einmal den traditionellen Weg und begeben uns auf einen anderen Weg, nämlich den Weg mit The Work of Byron Katie, bei dem es darum geht, in Frage zu stellen, ob das, was wir glauben, wahr ist.

Was macht man nun mit so einem hartnäckigen Gedanken, der sich nicht gut anfühlt?

In meiner Erfahrung gibt es genau zwei Möglichkeiten:
1.     Ich werde zum Opfer und glaube mir die Geschichte und beginne zu leiden.
Oder:
2.     Ich erkenne, dass es sich um einen Gedanken handelt und beginne den Prozess des Hinterfragens.

Heute fällt die Entscheidung für die zweite Option: Hinterfragen!
Und nun ein Durchlauf zum warm werden. Ich hinterfrage folgenden Gedanken mit The Work.

“Die Tochter meines Partners ist in der Öffentlichkeit abweisend zu mir.”

                  1.     Ist das wahr?

Ich schliesse meine Augen, versetze mich in die Situation im Kosmetiksalon der Mutter, die Kleine kommt herein, sagt Hallo zu mir und geht hinter die Theke zu ihrer Mutter und küsst sie. Nun beginnt eine Minimeditation: Ist das wahr? Sie ist in der Öffentlichkeit abweisend zu mir. Ist das wahr? Der Kopf fragt und das Herz darf antworten. Dabei lasse ich mir Zeit. Und schwanke, mal taucht ein Ja auf, dann ein Nein, dann wieder ein Ja… meine Antwort in diesem Moment ist: Ja, es ist wahr.

2.     Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist, dass die Tochter deines Partners in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu dir ist?

Es beginnt eine erneute Minimeditation. Der Verstand fragt, das Herz darf antworten. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass sie abweisend zu mir in der Öffentlichkeit ist? Ja, nein, ja, nein, nein, ja…. Ich bin immer noch bei ja, und das ist total ok, denn es gibt bei The Work keine richtigen oder falschen Antworten – es gibt nur deine Antworten. Also: Ja.

3.     Wie reagierst du und was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?

            Die Tochter deines Partners in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu dir.

Ich reagiere traurig, enttäuscht. Verkrampfe, wenn ich sie in der Öffentlichkeit sehe, gehe davon aus, dass es dieses Mal wieder so sein wird wie letztes Mal, versuche nach aussen die Fassung zu wahren und mir nichts anmerken zu lassen, ich fühle mich allein, verraten, im Stich gelassen, als Aussenseiterin, beschämt, werde still, möchte allein sein und weinen. Ich lehne die Tochter meines Partners ab in dem Moment. Ich werde zum Opfer und versinke in einem Strudel negativer Gedanken. Es tauchen Bilder aus der Vergangenheit auf, wo ich sie auch als abweisend erlebt habe. Mein Herz ist schwer und tut weh.

4.     Wer wärst du ohne den Gedanken? 

Die Tochter deines Partners in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu dir.
In der Situation, im Kosmetiksalon der Mutter.
Ich wäre überrascht, sie zu sehen, würde mich freuen, sie noch einmal zu sehen, bevor ich verreise. Ich würde wahrnehmen, dass sie mit schlechter Laune ankam und sagte, ihr sei sehr heiss. Ich würde wahrnehmen, wie freundlich und zugewandt ihre Mutter zu mir ist und wäre dankbar für die gute Verbindung, die wir mittlerweile haben. Ich hätte Mitgefühl mit der Tochter, dass es vielleicht für sie schwierig ist, ihre Mutter und mich zu sehen und das noch nicht gewohnt für sie ist.

Ich wäre dankbar, dass sie einen merklichen Unterschied zwischen ihrer Mutter und mir macht, so dass ihre Mutter keinen Grund hat, eifersüchtig auf mich zu sein. Ich würde vertrauen, dass alles in Ordnung ist so wie es ist. Ich wäre erleichtert, dass es möglich ist, mit der Mutter und der Tochter in einem Raum zu sein. Ich würde das Hallo einfach als Information nehmen, wie die Tochter im Moment zu mir steht, was sich für sie richtig anfühlt und was nicht. Ich wäre erwachsen, reflektiert, bräuchte nichts im Außen, stark, zufrieden und offen.

Nun kehre ich den Gedanken um – was heisst, neue Perspektiven zu finden.

Der ursprĂĽngliche Gedanke lautet:
Die Tochter meines Partners ist in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu mir.

Daraus wird: Die Umkehrung ins Gegenteil:

Die Tochter meines Partners ist in der Ă–ffentlichkeit nicht abweisend zu mir.

Meine drei Beispiele, dass das auch wahr oder wahrer ist:

1.     Sie sagt Hallo.
2.     Sie hat kurz gelächelt, bevor sie durch die TĂĽr kam und mich durch das Fenster sah.
3.     Sie hatte schlechte Laune und die hatte nichts mit mir zu tun.

Eine Steigerung dieser Umkehrung ist fĂĽr mich:

Die Tochter meines Partners ist in der Ă–ffentlichkeit zugewandt zu mir.

Meine Beispiele:

1.     DafĂĽr, dass sie ihre Mutter und mich erst ca. 3 Mal zusammen erlebt hat, war sie recht entspannt.
2.     Sie hat mich begrĂĽĂźt.
3.     Ich habe sie noch nie gefragt, wie es fĂĽr sie ist, ihre Mutter und mich zu treffen, ich habe keine Ahnung, was in ihr vorgeht und falls sie stressige Gedanken dazu haben sollte, kann ich finden, wie sie mir zugewandt war bei diesem Treffen.

Nun kommt eine weitere Umkehrung: Ich vertausche die Personen. Aus“Die Tochter meines Partners ist in der Öffentlichkeit abweisend zu mir.” wird:
Ich bin in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu der Tochter meines Partners.

Drei Beispiele:

1.     Ich habe ausser Hallo zu sagen und zu lächeln, kein Zeichen gegeben, dass ich sie umarmen möchte.
2.     Ich bin in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu ihr, da ich angespannt bin in solchen Situationen und mein Verstand in die Zukunft projeziert, dass sie wieder abweisend sein wird. Das ist vielleicht fĂĽr sie spĂĽrbar.
3.     Ich bin abweisend zu ihr, wenn mir wichtiger ist, dass sie mein BedĂĽrfnis nach Nähe erfĂĽllt, anstatt zu schauen, wie es dem Kind geht und was es gerade braucht – anscheinend genau diesem Abstand.

Und der letzte Perspektivenwechsel: Die Umkehrung zu mir selbst.
Ich bin in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu mir. 
Meine drei Beispiele dafĂĽr, dass das auch wahr oder wahrer ist:

1.     Ich weiss nicht, was in ihr vorging, und ich weiss, dass es mir nach dieser Begegnung schlecht ging – ein klares Zeichen, dass ich innerlich zu mir abweisend war.
2.     Ich bin in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu mir, wenn ich mich mit der Mutter vergleiche und mein Wohlbefinden davon abhängig mache, wie ihr Kind auf mich reagiert.
3.     Ich bin in der Ă–ffentlichkeit abweisend zu mir, wenn ich mich hereinziehen lasse in die Geschichte, dass ich Zuwendung von aussen benötige, um mich vollständig zu fĂĽhlen.

Die letzte Umkehrung "Ich bin abweisend zu mir" erinnert mich an das Buch von Byron Katie: Ich brauche deine Liebe. Stimmt das? – in diesem Buch habe ich viel gelesen nach einer Trennung von einem Partner. Und nun wird mir das Thema erneut präsentiert vom Universum. Dieses Mal nicht durch einen Mann, dieses Mal durch ein Kind.

Katie sagt: “Leute gehen nach Indien um einen Guru zu finden, aber das musst du nicht: du lebst mit einem. Dein Partner wird dir alles geben was du brauchst für deine eigene Freiheit.” Im Moment sind die Gurus in meinem Leben die Kinder meines Partners, die mir kontinuierlich zeigen, wo ich noch nicht frei bin, wann ich mich selbst verlasse und wann ich meine, ein Anrecht auf dieses oder jenes zu haben, oder dieses oder jenes verdient oder nicht verdient zu haben. Die Wirklichkeit zeigt mir, was wirklich wahr ist. Immer nur das, was geschieht und zwar genau dann, wann es geschieht und nicht, wann ich meine, es sei ein angemessener Zeitpunkt. Da bleibt mir nur “Danke” zu sagen – für diese Reise des Erkennen, Einsehen, Üben, Wieder gut machen, Loslassen und Vertrauen.

Heute kommen die Kinder wieder für eine Woche zu uns. Ich bin gespannt, welche Knöpfe bei mir noch zu drücken sind und werde berichten ;-)

In diesem Sinne wĂĽnsche ich euch eine spannende Woche mit euren Gurus.

Alles Liebe

Kerstin

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